Die Idee
Schon lange vor dem eigentlichen Jubiläumsfest im Mai 2018 schwirrte die Idee in meinem Kopf:
Das 50 Jahr-Jubiläum der Air Zermatt ist etwas besonderes. Deshalb sollten auch möglichst viele Fans der Air Zermatt an diesem Anlass teilnehmen dürfen. Wie bei jedem Jubiläumsfest gab es dieses Mal wieder diverse Flugdemos zu beobachten - die Hauptattraktion aus meiner Sicht! Die Fans aus der Region konnten recht einfach vor Ort sein und die Flugkünste geniessen, doch die Fangemeinschaft der Air Zermatt ist gross und geht über die Landesgrenzen hinaus. Personen aus Deutschland, Österreich oder gar der USA reisen wohl nicht so mir nichts dir nichts für zwei Tage ins Wallis, auch wenn die Bewunderung gross ist.
Genau diesem Zielpublikum wollte ich es ermöglichen, auch an dem Event des Jahres (vielleicht sogar des Jahrzehnts) dabei zu sein. Die Idee einer Liveübertragung war geboren.
Interesse?
Bevor ich viel Zeit damit verbrachte, mich über diese ganze Thematik zu informieren, wollte ich mich bei meinem ehemaligen Lehrbetrieb erkunden, ob sie überhaupt Interesse daran hätten, die Flugshows oder einen anderen Teil ihres Jubiläumsfestes für die internationale Fangemeinde live bereitzustellen. Das Interesse war vorhanden und ich begann mit meiner Recherche.
Um meine Resultate der Air Zermatt zu präsentieren, bereitete ich eine Präsentation vor, die ich dann aber vergebens vor Ort auf der Basis halten wollte. Das Wetter im Wallis hatte am vereinbarten Präsentationstermin besseres im Sinn und anstatt einer interessanten Präsentation über die Möglichkeiten von Livestream-Produktionen zu horchen, gab es für die Verantwortlichen der Air Zermatt eine Menge Arbeit. Wegen einer Lawine wurde das ganze Dorf Zermatt abgeschnitten und war nur über eine Luftbrücke erreichbar.
Die Präsentation hielt ich dann ein paar Tage später ab. Doch nicht auf der Basis in Raron, sondern virtuell in einem YouTube-Filmchen. Irgendwie passend zu dem Thema.
- Screenshot YouTube Präsentation Livestream
Planung
Wieso?
Wieso dieses Projekt zustande kam konnte ich hoffentlich bei der Idee bereits genügend klar erläutern. Es ging darum die Leute zu erreichen, die während des Events verhindert waren selbst dabei zu sein. Zudem konnte durch die Streuung im Netz eventuell neue Fans und Kunden gewonnen werden.
Wie?
Das benötigte Equipment sollte gemietet werden. Da ich zwar bereits Erfahrung beim Filmen hatte, aber noch keine bei Liveübertragungen sollten meine Überlegungen im Vorherein getestet werden. Zusammen mit den Filmern, die mir während dem Event behilflich sein sollten, wollte ich während 2 Tagen auf den Basen Zermatt und Raron das System und die Zusammenarbeit testen. Mir selbst teilte ich die Rolle des Regisseurs zu.
Was?
Aus diesem Probedurchlauf erhoffte ich mir im besten Fall keine Probleme mit dem System, ein tolles Team und eine Menge Filmmaterial, das zu einem kurzen Trailer / Teaser für das tatsächliche Jubiläumsfest geschnitten werden kann.
Während dem Event sollten jeweils die Flugdemos gefilmt und live auf Facebook und YouTube übertragen werden.
Wo?
Da das Jubiläumsfest auf der Basis in Raron stattfand, war diese Frage schnell beantwortet. Um eine gute Sicht zu haben sollten die Kameras auf dem Dach des Hangars platziert werden.
Wieviel?
Wie viel darf dieser Spass kosten? Natürlich musste ich mich auf ein bestimmtes Budget beschränken. Den genauen Betrag werde ich an dieser Stelle nicht nennen, aber soviel sei gesagt: Für ein solches Vorhaben könnte man immer noch mehr Geld ausgeben. Es gewisses Limit hilft die Priorität richtig zu setzen.
Wer?
Das war für lange Zeit die grosse Frage, die noch ungeklärt war. Selbstverständlich konnte ich nicht alles selbst in die Hand nehmen. Eine One-Man-Production ist zwar bei normalen Filmproduktionen möglich - beim Livestream kann man das vergessen. Also suchte ich nach geeigneten Helfern, die nicht so starke Ansprüche an eine hohe Gage hatten. Die gesamten Filmstudentinnen und -studenten der Hochschule Luzern wurde von mir angefragt, ob sie Interesse an solch einer Arbeit hätten. Die Begeisterung hielt sich in Grenzen. Also musste ich nach Alternativen suchen.
Resultat
Und wie sah den nun das Resultat aus?
Natürlich ganz anders als ich es ursprünglich geplant hatte:
Trailer für das Jubiläumsfest
Das Testshooting wurde in ein konventionelles Filmshooting umfunktioniert, in dem ich an zwei Tagen auf beiden Basen Filmaufnahmen für die Air Zermatt aufnahm. Aus einigen dieser Sequenzen und weiterem, bereits bestehendem Filmmaterial entstand dann dieser Trailer:
Livestream der Flugshows
Ich holte mir Unterstützung von ultrastark, die das Produktions-Equipment und viel Know-How mitbrachten.
Von To-Fly Productions bzw. Propix Productions erhielt ich die benötigten Filmer samt Kameras. Dazu kamen zwei weiter Freelance-Filmer.
Zusammen haben wir am Vortag des Events alles nochmals besprochen und letzte Änderungen in die Wege geleitet. Ich gab meine Rolle als Regisseur lieber einem erfahrereren Cutter, blieb aber in der Regie und konnte die Vorführung von da aus geniessen. Ich hatte aber nach wie vor eine wichtige Aufgabe: Ich startete und beendete die Liveübertragung. Zudem plante und beschrieb ich die nachfolgende Übertragung auf der Facebook-Seite der Air Zermatt, wo die jeweiligen Übertragungen weiterhin angesehen werden können.
Nach dem Event wurden alle Flugshows von beiden Tagen in zwei Filme zusammengefasst, die auf dem YouTube-Channel der Air Zermatt angesehen werden können: